{"id":638,"date":"2025-08-18T23:46:22","date_gmt":"2025-08-18T21:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/mypapergate.net\/?page_id=638"},"modified":"2026-07-07T13:04:40","modified_gmt":"2026-07-07T11:04:40","slug":"wann-kommt-ulrike-wieder-ein-theaterstuck","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mypapergate.net\/en\/wann-kommt-ulrike-wieder-ein-theaterstuck-3\/theaterstucke\/wann-kommt-ulrike-wieder-ein-theaterstuck\/","title":{"rendered":"Wann kommt Ulrike wieder?                          Ein Theaterst\u00fcck"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br \/><br \/>Wann kommt Ulrike wieder?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Prolog: An mein Publikum<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal gen\u00fcgt ein einziges Wort, um eine gedankliche Lawine auszul\u00f6sen. In meinem Fall war es: \u201edas Monster\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht aus einem Zeitungskommentar. Nicht aus dem Internet. Sondern aus einem alten, tintengetr\u00e4nkten Brief \u2013 geschrieben von \u00c9milie du Ch\u00e2telet, einer Frau der Aufkl\u00e4rung, an ihren Denkgef\u00e4hrten Voltaire.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie schrieb:<br \/>\u201eDu begn\u00fcgst dich damit, ein Monster zu verachten, das man eigentlich vernichten m\u00fcsste.\u201c<\/p>\r\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"372\" data-permalink=\"https:\/\/mypapergate.net\/en\/wann-kommt-ulrike-wieder-ein-theaterstuck-3\/theaterstucke\/wann-kommt-ulrike-wieder-ein-theaterstuck\/brief-emilie\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/mypapergate.net\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/brief-emilie-e1754932336514.jpg?fit=540%2C650&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"540,650\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Brief Emilie\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/mypapergate.net\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/brief-emilie-e1754932336514.jpg?fit=540%2C650&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-372\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/mypapergate.net\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/brief-emilie-e1754932336514.jpg?resize=540%2C650&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"650\" \/><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war kein Ruf zur Gewalt. Es war ein Ruf zur Klarheit. Ein Appell, sich dem Unrecht nicht nur innerlich zu entziehen, sondern ihm offen zu begegnen \u2013 mit Worten, mit Mut, mit Haltung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit ich diesen Satz las, l\u00e4sst mich eine andere Frau nicht mehr los: Ulrike Meinhof.<br \/>Sie war Journalistin, Intellektuelle, Mutter \u2013 und wurde zur Mitbegr\u00fcnderin der RAF. Sie verlie\u00df die Welt der Kolumnen, der Sprache, des Denkens \u2013 und tauchte ab in den Untergrund, in die Gewalt, in die Geschichte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist da passiert? Wo schlug bei ihr die Feder in die Faust um?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Fragen haben mich zu einem Theateressay gef\u00fchrt. Ein Versuch, nicht zu urteilen, sondern zu fragen. Ein Versuch, zu begreifen, was Menschen aus der Sprache heraus treibt \u2013 und ob das auch heute wieder geschehen kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vier Kapiteln spreche ich mit Ulrike. Nicht mit der Ikone. Nicht mit der T\u00e4terin. Sondern mit einer Stimme, die wir zu selten geh\u00f6rt haben, bevor sie verstummte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich schreibe, wie viele, gegen das Rauschen. Gegen das Vergessen. Gegen das Zynischwerden. Ich f\u00fcrchte mich \u2013 nicht nur vor neuen Ulrikes oder Baaders, sondern vor der Ohnmacht, aus der sie einst geboren wurden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe die Monster wieder \u2013 klarer denn je. Und mit meiner Art zu leben und zu schreiben kann ich sie nicht besiegen. Aber vielleicht kann ich sie benennen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie mir zuh\u00f6ren, beginnt dieser Versuch. Und das gen\u00fcgt \u2013 f\u00fcr einen Anfang.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einschub: Der Sprung durchs Fenster \u2013 Ulrikes Moment<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war nicht der Moment der Gr\u00fcndung. Nicht das Schreiben eines Manifests. Nicht der Bau einer Bombe.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war ein Sprung. Durch ein Fenster. In den Untergrund. In eine andere Zeit. In ein anderes Ich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Ulrike Meinhof Andreas Baader zur Flucht verhalf, tat sie es nicht mit einem Aufschrei, sondern mit einem Schritt. Ein Sprung aus der Redaktion in den Widerstand. Ein Sprung aus der Analyse in die Aktion. Ein Sprung, von dem sie wusste, dass es kein Zur\u00fcck geben w\u00fcrde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter sagte sie sinngem\u00e4\u00df: Das war der Moment, in dem ich \u201edurch den Spiegel gegangen\u201c bin. Es ist dieser Sprung, der zur Metapher wurde \u2013 f\u00fcr den Punkt, an dem Wut, Ohnmacht und \u00dcberzeugung in Handlung umschlagen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch genau hier liegt die Brisanz: Der Sprung durchs Fenster ist der Punkt, an dem Menschen glauben, sie h\u00e4tten keine andere Wahl mehr. Diesen Moment gibt es heute auch \u2013 in anderen Farben, Medien, Gesichtern.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sprung durchs Fenster ist also nicht nur ein Bild f\u00fcr Ulrike. Er ist ein Symbol f\u00fcr den Moment, in dem Denken kippt. Ein Moment, den wir verhindern m\u00fcssen \u2013 durch Zuh\u00f6ren, Aufkl\u00e4rung, und das unbequeme Bestehen auf Menschlichkeit.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kapitel I \u2013 Die Intellektuelle<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Theateressay aus dem Buch der Essays \u201eWann kommt Ulrike wieder?\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Szene: Denkraum<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein leerer, wei\u00dfer Raum. Keine M\u00f6bel. Keine Requisiten. Nur Licht. Nur Stimme. DIE FRAGE tritt auf.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>DIE FRAGE:<\/strong> Ulrike Meinhof war Journalistin. Mutter. Linke Intellektuelle. Stimme der Bundesrepublik&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kapitel II \u2013 Das Monster heute<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Theateressay aus dem Buch der Essays \u201eWann kommt Ulrike wieder?\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Szene: Welt in Splittern<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der B\u00fchne: vier Bildschirme oder Projektionen. Gaza. Ukraine. Paris. Berlin. Schlagzeilen&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kapitel III \u2013 Die n\u00e4chste Ulrike<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Theateressay aus dem Buch der Essays \u201eWann kommt Ulrike wieder?\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Szene: Zukunftsfenster<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00fchne ist fast leer. In der Mitte: ein Smartphone auf einem Podest. Davor: DIE FRAGE&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kapitel IV \u2013 Der Schreibende<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Theateressay aus dem Buch der Essays \u201eWann kommt Ulrike wieder?\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Szene: Innenraum<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein einzelner Stuhl. Ein Tisch mit Notizbuch. Eine Stimme. Keine B\u00fchne. Kein Publikum&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Historischer Anhang \u2013 Biografien der Hauptfiguren<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ulrike Meinhof (1934\u20131976)<\/strong> Ulrike Meinhof war Journalistin, Intellektuelle und Mitbegr\u00fcnderin der RAF&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann kommt Ulrike wieder?<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Theateressay in vier Akten<br \/>Mit einem Prolog, Einschub und historischem Anhang<br \/>von Wolfgang<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a9 2025<br \/>Text &amp; Konzept: Wolfgang \u2026<br \/>Szenisches Format zur Matinee oder Theaterfassung<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieses Werk wurde im FutureLab entwickelt \u2013 ein Raum f\u00fcr Erinnerung, Widerspruch und Gegenwart.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/mypapergate.net\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ulrike-meinhof-e1756513187491.jpg?ssl=1\" alt=\"Ulrike Meinhof als junge Journalistin (retuschiert)\" \/>\r\n<figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Ulrike Meinhof als junge Journalistin (retuschiert)<\/em><br \/>Privataufnahme, mit Genehmigung von Bettina R\u00f6hl (Tochter von Ulrike\u202fMeinhof); als gemeinfrei auf Wikimedia Commons ver\u00f6ffentlicht :contentReference[oaicite:1]{index=1}<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann kommt Ulrike wieder? Prolog: An mein Publikum Manchmal gen\u00fcgt ein einziges Wort, um eine gedankliche Lawine auszul\u00f6sen. In meinem Fall war es: \u201edas Monster\u201c. Nicht aus einem Zeitungskommentar. Nicht aus dem Internet. Sondern aus einem alten, tintengetr\u00e4nkten Brief \u2013 geschrieben von \u00c9milie du Ch\u00e2telet, einer Frau der Aufkl\u00e4rung, an ihren Denkgef\u00e4hrten Voltaire. 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