{"id":8004,"date":"2026-09-21T18:29:13","date_gmt":"2026-09-21T16:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/mypapergate.net\/?page_id=8004"},"modified":"2026-09-21T20:10:07","modified_gmt":"2026-09-21T18:10:07","slug":"erfahrung-erkenntnisse-und-menschenbild","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mypapergate.net\/en\/erfahrung-erkenntnisse-und-menschenbild\/","title":{"rendered":"Experience, insights and character development"},"content":{"rendered":"<h1>Die KI und ich<\/h1>\n<h2>Was fast drei Jahre mit k\u00fcnstlicher Intelligenz mit meinem Denken gemacht haben<\/h2>\n<pre>Bildidee: Wolfgang Bossert Ausf\u00fchrung Chatgpt<\/pre>\n<h3>Eine Frage nach der Moral<\/h3>\n<p>Vor einigen Tagen stellte mir eine Freundin eine Frage, die mich nicht mehr loslie\u00df. Sie hatte sich intensiver mit k\u00fcnstlicher Intelligenz besch\u00e4ftigt und schrieb mir sinngem\u00e4\u00df:<\/p>\n<p>Maschinen haben keine Moral. Wo liegen also die Grenzen?<\/p>\n<p>Ich dachte zun\u00e4chst: Nat\u00fcrlich hat eine Maschine keine Moral.<\/p>\n<p>Aber warum erwarten wir sie \u00fcberhaupt von ihr?<\/p>\n<p>Als die ersten Taschenrechner aufkamen, fragte niemand, welches Menschenbild ein Taschenrechner habe. Er rechnete. Heute ist er l\u00e4ngst in unserem Smartphone verschwunden. Und auch dieses Smartphone hat kein Bewusstsein und keine Moral, obwohl es uns Zugang zu einem gro\u00dfen Teil des verf\u00fcgbaren Weltwissens er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Mit der k\u00fcnstlichen Intelligenz scheint etwas anders geworden zu sein.<\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>Vielleicht weil sie <strong>Sprache<\/strong> benutzt.<\/p>\n<p>Sie antwortet. Sie erkl\u00e4rt. Sie widerspricht. Sie ordnet Gedanken. Sie kann einen Dialog f\u00fchren und dabei den Eindruck erwecken, als s\u00e4\u00dfe auf der anderen Seite jemand, der versteht.<\/p>\n<p>Aber ist da wirklich jemand?<\/p>\n<p>Nach meiner bisherigen Erfahrung lautet meine Antwort: <strong>Nein.<\/strong><\/p>\n<p>Und gerade deshalb interessiert mich die KI.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Am Anfang standen meine eigenen Gedanken<\/h2>\n<p>Seit dem <strong>5. Oktober 2023<\/strong> arbeite ich intensiv mit Texten und zunehmend auch mit k\u00fcnstlicher Intelligenz.<\/p>\n<p>Meine Gedanken waren schon vorher da. Das Problem bestand eher darin, sie zu ordnen.<\/p>\n<p>Ich schrieb, korrigierte, strich, erg\u00e4nzte und stellte um. Ich k\u00e4mpfte mit Satzbau, Grammatik und Wiederholungen. Was ist Hauptgedanke, was Nebensache? Wo schweife ich ab? Wo fehlt eine Verbindung? Wo habe ich denselben Gedanken schon drei Abs\u00e4tze zuvor formuliert?<\/p>\n<p>Das war eine ungeheure Arbeit.<\/p>\n<p>Dann entdeckte ich die KI als Werkzeug.<\/p>\n<p>Ich konnte ihr einen ungeordneten Text geben und sagen:<\/p>\n<p>Ordne meine Gedanken. Suche den roten Faden. Unterscheide Wesentliches von Nebens\u00e4chlichem. Entferne Wiederholungen. Verbessere Grammatik, Orthografie und Satzbau. Aber ver\u00e4ndere meine Aussage nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das eine Revolution.<\/p>\n<p>Denn pl\u00f6tzlich konnte ich mich st\u00e4rker mit der Frage besch\u00e4ftigen, die mich eigentlich interessierte:<\/p>\n<p><strong>Was will ich sagen?<\/strong><\/p>\n<p>Die KI konnte Arbeiten \u00fcbernehmen, die fr\u00fcher ein Lektor oder Redakteur \u00fcbernommen h\u00e4tte. Aber die Gedanken blieben meine Gedanken.<\/p>\n<p>Wenn ein Satz nicht meiner \u00dcberzeugung entsprach, \u00e4nderte ich ihn. Wenn die KI etwas hineininterpretierte, was ich nicht meinte, widersprach ich. Wenn sie einen interessanten Einwand formulierte, musste ich dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p>Und dabei geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger ich schrieb, desto deutlicher wurde mein eigener Stil.<\/p>\n<p>Nicht die KI gab mir diesen Stil. Durch das st\u00e4ndige Schreiben, Pr\u00fcfen, Widersprechen und Neuformulieren erkannte ich vielmehr immer genauer, <strong>wie ich selbst schreiben und denken m\u00f6chte<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Dann baute ich eine Website \u2013 ohne Programmierer zu sein<\/h2>\n<p>Nachdem auf diese Weise f\u00fcnf B\u00fccher entstanden waren, begann das n\u00e4chste Abenteuer.<\/p>\n<p>Ich wollte meine eigene Website aufbauen.<\/p>\n<p>Von Programmierung verstand ich wenig. Also machte ich wieder dasselbe: Ich fragte.<\/p>\n<p>Wie funktioniert das?<\/p>\n<p>Wie baue ich diese Seite?<\/p>\n<p>Wie ordne ich meine Themen?<\/p>\n<p>Warum funktioniert diese Einstellung nicht?<\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich das technisch l\u00f6sen?<\/p>\n<p>Die KI wurde zu meinem pers\u00f6nlichen technischen Helfer. Das notwendige Wissen eignete ich mir im Dialog Schritt f\u00fcr Schritt selbst an. Mit WordPress stand mir gleichzeitig ein leistungsf\u00e4higes Werkzeug zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Seit Oktober 2025 arbeite ich intensiv an dieser Plattform.<\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>Weil ich meine Gedanken nicht nur in gedruckten B\u00fcchern aufbewahren wollte. Ich wollte sie im World Wide Web zug\u00e4nglich machen \u2013 <strong>kostenlos f\u00fcr jeden, der sie lesen m\u00f6chte.<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen stehen dort ungef\u00e4hr <strong>350 Essays und elf digitale B\u00fccher<\/strong>.<\/p>\n<p>Und Menschen lesen sie.<\/p>\n<p>Bis heute verzeichnet meine Website <strong>5.723 Aufrufe von 1.206 Besuchern<\/strong>. Das entspricht rechnerisch rund <strong>4,75 Aufrufen je Besucher<\/strong>.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wei\u00df ich dadurch noch nicht, was ein einzelner Mensch wirklich gelesen oder gedacht hat. Aber ich sehe, welche Themen aufgerufen werden. Ich sehe, dass Menschen kommen und verschiedene Seiten \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Lange habe ich dar\u00fcber geklagt, dass mir Resonanz fehlt.<\/p>\n<p>Vielleicht muss ich mich korrigieren.<\/p>\n<p><strong>Das ist Resonanz.<\/strong><\/p>\n<p>Nur noch nicht jene pers\u00f6nliche Resonanz, nach der ich mich zus\u00e4tzlich sehne: ein Widerspruch, eine Frage, eine E-Mail, ein neuer Gedanke.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Vom digitalen Buch zum Buch, das antwortet<\/h2>\n<p>Aber auch damit war die Entwicklung nicht beendet.<\/p>\n<p>Irgendwann fragte ich mich:<\/p>\n<p><strong>Warum soll ein digitales Buch eigentlich nur gelesen werden? Warum kann der Leser ihm nicht auch Fragen stellen?<\/strong><\/p>\n<p>Daraus entwickelte sich meine Vorstellung vom <strong>Digitalen Buch, das antwortet<\/strong>.<\/p>\n<p>Und daraus wiederum entstanden semantische Dialoge.<\/p>\n<p>Sie sind besonders interessant bei Menschen, die selbst umfangreiche geistige Spuren hinterlassen haben: B\u00fccher, Briefe, Tageb\u00fccher, Reden, Interviews, Essays und andere dokumentierte \u00c4u\u00dferungen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich spreche ich dabei nicht wirklich mit Thomas Mann, Erasmus, Kant oder Cassirer.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re eine T\u00e4uschung.<\/p>\n<p>Die KI kann aber deren \u00fcberliefertes Denken erschlie\u00dfen, Zusammenh\u00e4nge herstellen und auf dieser Grundlage m\u00f6gliche Antworten rekonstruieren.<\/p>\n<p>Damit entsteht etwas Neues: kein Gespr\u00e4ch mit dem verstorbenen Menschen, sondern ein <strong>semantischer Dialog mit seinem dokumentierten Denken<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Wir hinterlassen nicht nur Daten. Wir hinterlassen Gedanken.<\/h2>\n<p>Hier beginnt f\u00fcr mich eine Entwicklung, die weit \u00fcber das hinausgeht, was wir bisher unter Datensammlung verstanden haben.<\/p>\n<p>Digitale Unternehmen k\u00f6nnen l\u00e4ngst gewaltige Mengen an Verhaltensdaten sammeln. Was kaufen wir? Was suchen wir? Welche Seiten besuchen wir? Was interessiert uns?<\/p>\n<p>Das ergibt ein Konsum- und Verhaltensprofil.<\/p>\n<p>Aber Menschen hinterlassen noch eine andere Art von Daten.<\/p>\n<p>Sie schreiben.<\/p>\n<p>Ein Mensch, der \u00fcber Jahrzehnte B\u00fccher, Briefe, Essays, Kommentare oder Tageb\u00fccher verfasst, hinterl\u00e4sst eine <strong>geistige Spur<\/strong>.<\/p>\n<p>Welche Begriffe benutzt er?<\/p>\n<p>Welche Werte kehren wieder?<\/p>\n<p>Wie argumentiert er?<\/p>\n<p>Was lehnt er ab?<\/p>\n<p>Wo widerspricht er sich?<\/p>\n<p>Hat sich sein Denken im Laufe seines Lebens ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p>Je umfangreicher diese sprachlichen Hinterlassenschaften sind, desto differenzierter kann ein semantisches Modell seines dokumentierten Denkens werden.<\/p>\n<p>Das ist nicht der Mensch.<\/p>\n<p>Es besitzt weder sein Bewusstsein noch seine Gef\u00fchle, seine Erinnerung oder seine Lebenserfahrung.<\/p>\n<p>Aber es kann etwas von seiner <strong>geistigen Signatur<\/strong> sichtbar machen.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>KI hat sogar mein Lesen ver\u00e4ndert<\/h2>\n<p>Auch mein Umgang mit B\u00fcchern hat sich dadurch ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Ich muss einen Text heute nicht mehr unbedingt zun\u00e4chst vollst\u00e4ndig linear lesen, um seine Struktur zu erkennen. Wenn mir ein Text rechtm\u00e4\u00dfig digital zur Verf\u00fcgung steht, kann ich ihn mit KI erschlie\u00dfen: Inhaltsangabe, zentrale Thesen, Argumentationslinien, Personen, Widerspr\u00fcche, historische Bez\u00fcge.<\/p>\n<p>Dann kann ich dort tiefer einsteigen, wo es f\u00fcr meine Fragestellung interessant wird.<\/p>\n<p>Das bedeutet f\u00fcr mich nicht: <strong>Die KI liest, damit ich nicht mehr denken muss.<\/strong><\/p>\n<p>Im Gegenteil.<\/p>\n<p>Sie hilft mir zu entscheiden, <strong>wo ich genauer lesen und selbst urteilen m\u00f6chte<\/strong>.<\/p>\n<p>Denn sp\u00e4testens wenn ich einen Autor beurteilen, eine These \u00fcberpr\u00fcfen oder eine Aussage zitieren m\u00f6chte, muss ich zur\u00fcck zur Quelle.<\/p>\n<p>Das Werkzeug erschlie\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Das Urteil bleibt bei mir.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h2>Das FutureLab<\/h2>\n<p>Inzwischen denke ich noch einen Schritt weiter.<\/p>\n<p>Im FutureLab experimentiere ich mit einer Vorstufe zu immersiven Pr\u00e4sentationen. Text, Bild, Sprache, historische Quellen und k\u00fcnstliche Intelligenz k\u00f6nnen miteinander verbunden werden.<\/p>\n<p>Historische und kulturelle Pers\u00f6nlichkeiten k\u00f6nnen dadurch in einer bislang unbekannten Weise vermittelt werden.<\/p>\n<p>Und hier beginnt f\u00fcr mich tats\u00e4chlich eine weitere Revolution.<\/p>\n<p>Sie ist weniger sichtbar als die Dampfmaschine und vielleicht weniger spektakul\u00e4r als das fr\u00fche Internet. Dennoch k\u00f6nnte sie langfristig \u00e4hnlich tiefgreifende Folgen haben.<\/p>\n<p><strong>Wir beginnen, digitale Pers\u00f6nlichkeiten zu erschaffen.<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur Programme.<\/p>\n<p>Nicht nur Datenbanken.<\/p>\n<p>Nicht nur Suchmaschinen.<\/p>\n<p>Sondern digitale Erscheinungsformen, die mit Menschen kommunizieren, Fragen beantworten, Geschichten erz\u00e4hlen und als kulturelle Figuren auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gerade deshalb m\u00fcssen wir sprachlich vorsichtig bleiben.<\/p>\n<p>Diese digitalen Pers\u00f6nlichkeiten sind keine Menschen.<\/p>\n<p>Sie haben kein eigenes Erleben. Kein menschliches Bewusstsein. Kein Gewissen.<\/p>\n<p>Aber sie k\u00f6nnen den Eindruck davon erzeugen.<\/p>\n<p>Und genau dort beginnt die ethische Frage.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Wo sitzt die Moral der Maschine?<\/h2>\n<p>Vielleicht ist die Frage falsch gestellt.<\/p>\n<p><strong>Die Maschine besitzt keine Moral.<\/strong><\/p>\n<p>Die moralische Verantwortung liegt bei den Menschen.<\/p>\n<p>Bei denjenigen, die eine KI entwickeln.<\/p>\n<p>Bei den Unternehmen, die sie betreiben.<\/p>\n<p>Bei den Staaten, die ihre Regeln festlegen.<\/p>\n<p>Und bei uns, die wir sie benutzen.<\/p>\n<p>Damit wird auch Misstrauen wichtig.<\/p>\n<p>Ich halte menschliches Misstrauen zun\u00e4chst f\u00fcr etwas Positives. Es geh\u00f6rt zu unserem kritischen Verstand.<\/p>\n<p>Wer sammelt meine Daten?<\/p>\n<p>Was geschieht damit?<\/p>\n<p>Welche wirtschaftlichen Interessen bestehen?<\/p>\n<p>Kann Verhalten beeinflusst werden?<\/p>\n<p>Kann KI zur politischen Manipulation benutzt werden?<\/p>\n<p>Wer bestimmt ihre Regeln?<\/p>\n<p>Und kann ich \u00fcberpr\u00fcfen, was sie mir erz\u00e4hlt?<\/p>\n<p>Das sind keine Argumente gegen KI.<\/p>\n<p>Es sind Argumente <strong>f\u00fcr einen m\u00fcndigen Menschen<\/strong>.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich werden f\u00fcr mich beide Extreme: das blinde Vertrauen in die Maschine und die blinde Angst vor ihr.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Der S\u2013N-Kompass<\/h1>\n<p>Damit bin ich schlie\u00dflich bei einer Frage angekommen, die mich inzwischen noch st\u00e4rker besch\u00e4ftigt als die Technik selbst:<\/p>\n<p><strong>Welches Menschenbild steht dahinter?<\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr habe ich meinen <strong>S\u2013N-Kompass<\/strong> entwickelt.<\/p>\n<p>Die beiden Buchstaben gehen auf zwei Figuren aus Thomas Manns <em>Zauberberg<\/em> zur\u00fcck: Lodovico Settembrini und Leo Naphta.<\/p>\n<p>Settembrini steht f\u00fcr mich als literarischer Pol f\u00fcr Humanismus, Aufkl\u00e4rung, Freiheit, Vernunft und die Selbstbestimmung des Menschen.<\/p>\n<p>Naphta verk\u00f6rpert den Gegenpol: die Unterordnung des einzelnen Menschen unter eine h\u00f6here Wahrheit, Ideologie oder Ordnung.<\/p>\n<p>Daraus entstand meine eigentliche Frage:<\/p>\n<p><strong>Dient die Ordnung dem Menschen \u2013 oder dient der Mensch der Ordnung?<\/strong><\/p>\n<p>Heute pr\u00fcfe ich Texte nach Kriterien wie Menschenw\u00fcrde, Gleichwertigkeit, Freiheit, Zweck oder Mittel, Dialogf\u00e4higkeit und Wahrheitsverh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich auch auf politische Aussagen anwenden. Dabei m\u00f6chte ich gerade <strong>nicht vorher festlegen<\/strong>, welche Partei S und welche N ist. Interessanter ist, dieselben Fragen an unterschiedliche politische Richtungen und konkrete Aussagen zu stellen.<\/p>\n<p>Wird der politische Gegner weiterhin als gleichwertiger Mensch und legitimer Gespr\u00e4chspartner behandelt?<\/p>\n<p>Darf er widersprechen?<\/p>\n<p>Kann die eigene Position falsch sein?<\/p>\n<p>Oder beansprucht eine Seite eine Wahrheit, der sich der Mensch unterzuordnen hat?<\/p>\n<p>Gerade in einer polarisierten Demokratie k\u00f6nnen solche Fragen wichtiger sein als das Parteietikett.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Und was hat die KI mit mir gemacht?<\/h2>\n<p>Nach fast drei Jahren kann ich darauf eine vorl\u00e4ufige Antwort geben.<\/p>\n<p>Am Anfang brauchte ich KI, um meine S\u00e4tze zu ordnen.<\/p>\n<p>Dann half sie mir, B\u00fccher zu strukturieren.<\/p>\n<p>Danach half sie mir, eine Website aufzubauen.<\/p>\n<p>Aus der Website wurde eine digitale Bibliothek.<\/p>\n<p>Aus der Bibliothek entstand das Digitale Buch, das antwortet.<\/p>\n<p>Daraus entwickelten sich semantische Dialoge und das FutureLab.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich begann ich, mit Hilfe dieses Werkzeugs nicht mehr nur Texte, sondern <strong>mein eigenes Denken und mein Menschenbild zu untersuchen<\/strong>.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das die \u00fcberraschendste Erfahrung dieser Jahre:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die KI hat mir nicht gesagt, was ich denken soll.<br \/>\nSie hat mir geholfen, genauer zu erkennen, was ich selbst denke.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Deshalb lautet meine Antwort auf die Frage nach der Zukunft der k\u00fcnstlichen Intelligenz inzwischen nicht mehr:<\/p>\n<p><strong>Wie menschlich wird die Maschine?<\/strong><\/p>\n<p>Mich interessiert eine andere Frage viel mehr:<\/p>\n<h2>Bleibt der Mensch Mensch?<\/h2>\n<p>Das ist f\u00fcr mich <strong>Digital Humanism<\/strong>.<\/p>\n<p>Und vielleicht ist es auch die wichtigste Aufgabe dieser neuen technischen Revolution:<\/p>\n<p><strong>Die M\u00f6glichkeiten der Maschine zu nutzen, ohne ihr das zu \u00fcberlassen, was beim Menschen bleiben muss \u2013 Urteil, Verantwortung, W\u00fcrde und Gewissen.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"YGvcHWk8yb\"><p><a href=\"https:\/\/mypapergate.net\/en\/der-s-n-kompass\/\">The S-N compass<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eDer S-N-Kompass\u201c \u2013 mypapergate.net\" src=\"https:\/\/mypapergate.net\/der-s-n-kompass\/embed\/#?secret=f6nGhXIclZ#?secret=YGvcHWk8yb\" data-secret=\"YGvcHWk8yb\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"81OYJdvvxi\"><p><a href=\"https:\/\/mypapergate.net\/en\/settembrini-und-naphta-zwei-menschenbilder-auf-dem-zauberberg\/\">Settembrini und Naphta \u2013 zwei Menschenbilder auf dem Zauberberg<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eSettembrini und Naphta \u2013 zwei Menschenbilder auf dem Zauberberg\u201c \u2013 mypapergate.net\" src=\"https:\/\/mypapergate.net\/settembrini-und-naphta-zwei-menschenbilder-auf-dem-zauberberg\/embed\/#?secret=PtubmUtThm#?secret=81OYJdvvxi\" data-secret=\"81OYJdvvxi\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die KI und ich Was fast drei Jahre mit k\u00fcnstlicher Intelligenz mit meinem Denken gemacht haben Bildidee: Wolfgang Bossert Ausf\u00fchrung Chatgpt Eine Frage nach der Moral Vor einigen Tagen stellte mir eine Freundin eine Frage, die mich nicht mehr loslie\u00df. 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