Stefan Zweig

Stefan Zweig – Stimme eines verlorenen Europas

Stefan Zweig, Porträt
Stefan Zweig (1881–1942). Quelle: WordPress-Upload – Lizenz nicht angegeben.

Biografie

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren. Er entstammte einer wohlhabenden jüdischen Familie und studierte Philosophie und Literaturgeschichte. Schon früh wurde er durch Gedichte und Novellen bekannt. Zweig war ein kosmopolitischer Intellektueller, der viel reiste und zahlreiche Kontakte zu Künstlern und Schriftstellern pflegte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 emigrierte er zunächst nach England, dann in die USA und schließlich nach Brasilien. Dort nahmen er und seine Frau Lotte am 23. Februar 1942 aus Verzweiflung über die Weltlage sich das Leben.

Werke und Themen

  • „Amok“ (1922) – Novelle über einen europäischen Arzt in Asien, der von Leidenschaft und Schuld zerstört wird.
  • „Schachnovelle“ (1942) – im brasilianischen Exil geschrieben; Parabel über geistige Freiheit und menschliche Resilienz.
  • „Sternstunden der Menschheit“ (1927, erweitert) – zwölf historische Miniaturen, die entscheidende Wendepunkte der Weltgeschichte verdichten.
  • „Die Welt von Gestern“ (posthum 1942) – seine Autobiografie, ein elegisches Erinnerungsbuch an das alte Europa und ein erschütterndes Zeugnis von Exil und Verlust.
  • „Montaigne und Erasmus“ (Fragment, posthum erschienen) – unvollendetes Doppelporträt zweier Humanisten, ein Bekenntnis zu Humanität in Zeiten des Fanatismus.

Bedeutung

Stefan Zweig war einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Seine Werke wurden weltweit übersetzt und sind bis heute beliebt. Er gilt als literarische Stimme eines weltoffenen, humanistischen Europas, das durch den Nationalsozialismus zerstört wurde. Besonders die Schachnovelle und Die Welt von Gestern gehören zu den eindrucksvollsten Texten der deutschsprachigen Exilliteratur.