Gabrielle Émilie Le Tonnelier de Breteuil, Marquise du Châtelet (1706–1749), war eine der bemerkenswertesten Frauen des 18. Jahrhunderts – Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und die bedeutendste Übersetzerin von Newtons Principia Mathematica ins Französische. Ihre Schriften verbinden scharfsinnige Analyse mit persönlicher Leidenschaft für Erkenntnis.
Ihr Discours sur le bonheur (Abhandlung über das Glück) ist nicht nur ein philosophischer Text, sondern auch eine subtile Kritik an der rationalistischen Strenge von René Descartes. Émilie vertrat die Ansicht, dass reines Denken nicht genügt, um ein erfülltes Leben zu führen – Freude, Leidenschaft und gelebte Freiheit gehören ebenso dazu.
Diese Haltung, mutig und klar formuliert in einer Zeit, in der Frauen oft aus dem intellektuellen Diskurs ausgeschlossen wurden, macht sie zu einer Vordenkerin der Aufklärung. In ihren Briefen, etwa an Voltaire, lässt sich der persönliche und philosophische Dialog ablesen, der beide prägte.

Gabrielle Émilie Le Tonnelier de Breteuil, Marquise du Châtelet, war eine der bemerkenswertesten Frauen des 18. Jahrhunderts – Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und die bedeutendste Übersetzerin von Newtons Principia Mathematica ins Französische. Ihre Schriften verbinden scharfsinnige Analyse mit persönlicher Leidenschaft für Erkenntnis.

Voltaire
(Bild : Porträt von Voltaire – Maurice Quentin de La Tour)
François-Marie Arouet (Voltaire) (1694–1778) – Französischer Philosoph, Schriftsteller und Aufklärer, bekannt für seine scharfsinnige Kritik an Kirche und Staat sowie seine Verteidigung der Meinungsfreiheit. Wirkungsstätte: Paris, Frankreich. Maler Maurice Quentin de La Tour.
Voltaire war nicht nur ihr Geliebter, sondern auch ihr wichtigster intellektueller Partner. Gemeinsam bewohnten sie das Château de Cirey, das zum Mittelpunkt eines regen geistigen Austauschs wurde.

Schloss Cirey
hâteau de Cirey in Cirey-sur-Blaise – Wohn- und Wirkungsstätte von Émilie du Châtelet und Voltaire – Public Domain.
In diesem Schloss arbeiteten beide intensiv an wissenschaftlichen und philosophischen Projekten. Hier schrieb Émilie ihr Discours sur le bonheur – eine Abhandlung über das Glück, in der sie Descartes’ rationalistische Strenge hinterfragte.
Der Brief
Handschriftlicher Brief von Émilie du Châtelet – Public Domain.

Als ich einen ihrer Briefe in der Handschrift des 18. Jahrhunderts sah, war es, als würde ich Émilie direkt über die Schulter blicken. In jeder geschwungenen Zeile spürte ich ihre Klarheit, ihre Leidenschaft und ihre Ungeduld gegenüber geistigen Schranken.
Manchmal genügt ein einziges Wort, um eine gedankliche Lawine auszulösen. In meinem Fall war es: „das Monster“. Nicht aus einem Zeitungskommentar. Nicht aus dem Internet. Sondern aus einem alten, tintengetränkten Brief – geschrieben von Émilie du Châtelet, einer Frau der Aufklärung, an ihren Denkgefährten Voltaire. Sie schrieb: „Du begnügst dich damit, ein Monster zu verachten, das man eigentlich vernichten müsste.“Dieser Brief inspirierte mich zu meinem Theaterstück Wann kommt Ulrike wieder? – ein Werk über Aufbruch, Widerspruch und den Mut, unbequem zu bleiben.
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