Geschichte – direkte Profiteure – Trump: kurzfristige Gewinner
Was sind Handelszölle?
Handelszölle sind Abgaben auf importierte Waren, die beim Grenzübertritt erhoben werden. Sie werden eingesetzt, um heimische Produzenten zu schützen, Staatseinnahmen zu erhöhen oder politischen Druck auf Handelspartner auszuüben.
Kurze Geschichte der Handelszölle
- Mittelalter: Zölle als wichtige Einnahmequelle von Staaten und Städten (Kontrolle von Handelswegen).
- 19. Jahrhundert: Schutzzölle zum Aufbau nationaler Industrien in der Industrialisierung.
- 1930er: Sehr hohe Zölle führten zu sinkendem Welthandel und verstärkten wirtschaftliche Probleme.
- Nach 1945: Tendenz zum Freihandel (Abbau von Zöllen) durch internationale Abkommen.
- Seit 2010: Wieder mehr Protektionismus; Zölle erneut als politisches Instrument.
Wer profitiert direkt von Zöllen?
Direkte Gewinner
- Inländische Produzenten (weniger Konkurrenz durch teurere Importe).
- Beschäftigte in geschützten Branchen (kurzfristig stabilere Nachfrage).
- Staat (Zolleinnahmen).
- Importsubstitution: Unternehmen verlagern Produktion eher ins Inland.
Typische Verlierer
- Konsumenten (höhere Preise, weniger Auswahl).
- Exporteure (Risiko von Gegenzöllen).
- Unternehmen mit globalen Lieferketten (höhere Kosten, Umstellungen).
Trump: Wer profitiert kurzfristig?
Unter Donald Trump wurden ab 2018 umfangreiche Zölle eingeführt (u. a. auf Stahl/Aluminium und chinesische Produkte). Kurzfristig profitierten vor allem:
- US-Stahl- und Aluminiumindustrie (Importe werden teurer, heimische Produkte konkurrenzfähiger).
- Einzelne Industriearbeitsplätze in geschützten Sektoren.
- Staat (zusätzliche Einnahmen durch Zölle).
- Trump politisch (Signal von Härte/Schutz der heimischen Wirtschaft).
Langfristig können höhere Verbraucherpreise, Gegenzölle und Belastungen für Exporteure die gesamtwirtschaftlichen Vorteile überwiegen.
Fazit
Handelszölle schaffen oft kurzfristige Gewinner (geschützte Branchen, Staatseinnahmen), verursachen aber häufig langfristige gesamtwirtschaftliche Kosten durch höhere Preise, geringere Effizienz und internationale Gegenmaßnahmen.
Europäische Staaten könnten theoretisch Druck auf die USA ausüben, indem sie einen Teil ihrer US-Staatsanleihen verkaufen. Dies würde zu steigenden US-Zinsen, Unruhe an den Finanzmärkten und höheren Kosten für den US-Staat führen. Getroffen würde die USA wirtschaftlich und der Präsident politisch, allerdings nur unter Inkaufnahme erheblicher Risiken und Verluste für Europa selbst.

