What it matters – #1

Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe von What it matters!

Dies ist ein besonderer Newsletter – er verbindet Meinung, interaktives Schreiben und eine lebendige Form des Diskurses. Wir zeigen, wie eine zukünftige Kommunikation aussehen kann: authentisch, greifbar, gemeinsam. Etwas Vergleichbares gibt es derzeit kaum – das ist das Neue.


🎬 WIM 4ME – Filmkritik: Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Edgar Reitz (93) und Anatol Schuster wagen kein großes Biopic, sondern ein Kammerspiel im Schloss Herrenhausen. Auslöser: Königin Sophie Charlotte von Preußen (Antonia Bill) wünscht ein Porträt ihres Lehrers Leibniz (Edgar Selge) – als könne ein Bild mehr sagen als tausend Bücher.

Zwei Maler treten an: der prominente Delalandre (Lars Eidinger) und die flämische Malerin Aaltje van De Meer (Aenne Schwarz), die ihr Bild am Ende zerstört. Für mich entstand ein Bild eines ärgerlichen, manchmal lächelnden Leibniz – genau so, wie ich mich beim Zuschauen fühlte: zwischen Ironie und Ungeduld.

Begriffe wie Theodizee und Monaden werden erwähnt – doch ohne Erklärung bleiben Zuschauer*innen ohne Vorwissen außen vor. Eine verpasste Chance, Leibniz’ Denken verständlich und fesselnd zu zeigen.

➡️ Weiterführend: Leibniz in seiner Zeit (Projekt Sinnsuche 42)

📚 Erinnerung an Georg Stefan Troller (1921–2025)

Georg Stefan Troller

Eine große Stimme ist verstummt: Georg Stefan Troller – Grenzgänger zwischen Journalismus und Literatur, Chronist des Exils und der Moderne. Seine Interviews und Essays haben über Jahrzehnte den Blick auf Menschen und Geschichte geprägt.

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🗼 Henry Miller in Paris – Die radikale Freiheit des Schreibens

Signatur Henry Miller

Vom Erinnern führt der Weg nach Paris – zu Henry Miller, der in den 1930er Jahren mit kompromissloser Ehrlichkeit eine neue literarische Freiheit formulierte. In Werken wie Tropic of Cancer verschmelzen Leben und Schreiben, Sinnlichkeit und Erkenntnis – ein Manifest gegen Zensur und Anpassung.

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Der Hohenasperg

Gesamtansicht des Hohenasperg auf dem Tafelberg über dem Strohgäu
Gesamtansicht des Hohenasperg.

Ein Berg als Spiegel der Geschichte: Vom keltischen Machtzentrum über herzogliche Landesfestung und „schwäbische Bastille“ bis zum Erinnerungsort der Gegenwart – kompakt erzählt, klar eingeordnet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Keltenzeit: Fürstensitz & Hochdorf
  2. Herzog Ulrich: Ausbau zur Landesfestung
  3. Dreißigjähriger Krieg: Belagerung & Not
  4. Gefängnisberg im 19.–20. Jh.: Vom Straf- zum Erinnerungsort
  5. NS-Zeit: Verfolgung, Häftlingsfriedhof, Schicksale
  6. Berühmte Häftlinge: Von Moser bis Peter Graf
  7. Psychiatrische Abteilung: Medizin im Strafvollzug
  8. Heute: Mahnung, Museum, Sichtachsen

1) Keltenzeit: Fürstensitz & Hochdorf

Zwischen 750–400 v. Chr. ist der Hohenasperg ein frühkeltisches Machtzentrum. Das unberaubte Fürstengrab von Hochdorf mit Prunkliege, Bronzekessel und Trinkgeschirr zeigt Elite, Fernhandel und Ritualkultur.

2) Herzog Ulrich: Landesfestung

Ab 1535 entsteht die Bastionsfestung – militärischer Eckpfeiler und politisches Statement herzoglicher Landeshoheit.

3) Dreißigjähriger Krieg

1634 Belagerung und Kapitulation; Hunger, Krankheit und Verwüstung prägen Region und Alltag. Späterer Wiederaufbau (u. a. Löwentor 1675).

4) Vom Straf- zum Erinnerungsort

Seit dem 19. Jh. Straf- und Krankenanstalt: der Ruf der „schwäbischen Bastille“ verdichtet Macht, Kontrolle und gesellschaftliche Konflikte.

5) NS-Zeit

Überbelegung, Mangel, Tode; 1943 Häftlingsfriedhof. Schicksale wie Julius Jakoby und Heinrich Lerchenthal stehen für religiöse Praxis in Haft, Verfolgung, Deportation bzw. Exil.

6) Berühmte Häftlinge

Von Johann Jakob Moser, Schubart und Oppenheimer über 1848er Demokraten bis zu Fällen der Bundesrepublik (z. B. Peter Graf). Hinweis: Schiller war nie auf dem Hohenasperg inhaftiert.

7) Psychiatrische Abteilung

Zwischen Humanität und Kontrolle: frühe forensische Psychiatrie – Behandlung psychisch und schwer erkrankter Gefangener im Sicherheitsrahmen.

8) Heute

Der Berg als Erinnerungsort; im Keltenmuseum Hochdorf ist die Grabkammer rekonstruiert. Die Sichtachse Hohenasperg–Hochdorf macht die Tiefenzeit erfahrbar.

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Nach Redaktionsschluß

die Pareto-Regel

Kernidee: In vielen Situationen erzeugen ca. 20 % der Ursachen ~80 % der Wirkung. Ziel ist wirksame Priorisierung statt Perfektionismus.

Wo 80/20 hilft

  • Zeit & Fokus: wenige Top-Tasks → Großteil des Outcomes.
  • Lernen: Kernkonzepte statt Randwissen.
  • Produkt: wenige Features → meiste Nutzerwirkung.
  • Qualität: wenige Ursachen → die meisten Defekte.

In 4 Schritten anwenden

  1. Sammeln: Themen mit messbarer Wirkung.
  2. Sortieren: nach Impact absteigend (ABC/Kurve).
  3. Bündeln: Top ≈ 20 % als Fokus-Cluster.
  4. Handeln: Ressourcen dorthin; Rest automatisieren/delegieren.
 

Mini-Übung (10 Min.)

Liste heute 10 Aufgaben. Markiere die zwei, die 80 % Wirkung bringen. Erledige nur diese — alles andere danach.

Nach Redaktionsschluß

Unter MONSTER Putin: Revisionismus, Faschismus & Krieg

Zum Beitrag „MONSTER Putin“

Putin in Kürze: Jurist, Ex-KGB (u. a. Dresden), seit 1999 als Präsident/Ministerpräsident an der Macht. 2005 erklärte er den Zerfall der UdSSR zur „größten geopolitischen Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts – der rote Faden seines revisionistischen Projekts.

Das verschwundene Sowjetreich: 1991 zerfiel die UdSSR; 15 souveräne Staaten entstanden. Die Folgekonflikte nährten in Russland den Mythos der „verlorenen Größe“ – politisch übersetzt in Annexion (Krim 2014) und Angriffskrieg (seit 2022).

Stichwort

Revisionismus
Politik, „Verluste“ (Territorium/Einfluss) rückgängig zu machen; oft verbunden mit Irredentismus. Hohe Neigung zur Eskalation, wenn Mythen nationaler Demütigung mobilisiert werden.

Stichwort

Faschismus
Radikale Massenmobilisierung gegen liberale Demokratie; Kult von Einheit, Reinheit, Gewalt. In der Machtpraxis Tendenz zur Expansion – historisch wiederholt kriegsproduzierend.

These: Wo Revisionismus mit faschistischen Mustern verschmilzt, ist Krieg kein Unfall, sondern der erwartbare Endpunkt.

Fact-Check & weiterführend

Merksatz: „Freiheit entsteht, wenn Macht sich selbst begrenzt – nicht wenn sie Geschichte mit Gewalt revidiert.“

Neu: Kfz-Zulassung online im Landkreis Ludwigsburg – Schritt für Schritt erklärt
Kfz-Zulassung online – Beispielbild ohne Kennzeichen Neu: Kfz-Zulassung online im Landkreis Ludwigsburg – Schritt für Schritt erklärt

Den vollständigen Leitfaden mit Ludwigsburg-Beispiel finden Sie hier auf meiner Seite. Offizielle Grundlagen zur internetbasierten Fahrzeugzulassung (i-Kfz) stellt der Bund bereit.