Klares Denken in der Innovation
Abstract
Innovation wird gern als geradlinige Erfolgsstory erzählt. Doch jenseits der sichtbaren Produkte liegt der Friedhof der Erfindungen: gescheiterte Prototypen, falsches Timing und unbeachtete Ideen. Diese kuratierte Reflexion vereint psychologische Erkenntnisse zu kognitiven Verzerrungen mit praktischen Lehren aus der Produktentwicklung. Ziel ist, Entscheidungen robuster zu machen – indem wir nicht nur Erfolge dokumentieren, sondern vor allem das, was nicht funktioniert hat.
Die unsichtbare Statistik
Der Überlebensirrtum verzerrt unsere Lernbasis: Sichtbar sind die Gewinner; die knappen Fehlschläge verschwinden im Archiv. So entstehen scheinbar reproduzierbare Erfolgsrezepte. In der Realität ist Fortschritt ein Trampelpfad über unzählige Fehlversuche.
Die Macht der Geschichten
Gute Stories überzeugen – aber sie vereinfachen. Narrative Fallacy und Hindsight Bias glätten Zufall, Timing und Teamleistung zu einem linearen Plot. Für belastbare Entscheidungen müssen Statistik und Story im Gleichgewicht bleiben.
Die Kosten des Festhaltens
Sunk Cost bindet Kapazitäten, die in bessere Optionen fließen sollten. Ohne Kill-Kriterien verwechseln Teams Beharrlichkeit mit Disziplin. Mut zum Abbruch ist eine Reifeleistung.
Kuratorischer Hinweis & Literatur
Diese Reflexion ist eine kuratierte Synthese aus Kognitionspsychologie und Innovationsforschung; sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern will Entscheidungsmuster sichtbar machen.
- Kahneman, D. (2011). Thinking, Fast and Slow.
- Tversky, A., & Kahneman, D. (1974). Judgment under Uncertainty: Heuristics and Biases.
- Dobelli, R. (2011). Die Kunst des klaren Denkens.
- Christensen, C. M. (1997). The Innovator’s Dilemma.
- Ries, E. (2011). The Lean Startup.
- Taleb, N. N. (2007). The Black Swan.
- Johnson, S. (2010). Where Good Ideas Come From.
- Gigerenzer, G. (2014). Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft.

