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Digitaler Humanismus

In eigener Sache

Digitaler Humanismus – eine neue Essay-Reihe auf mypapergate.net

Mit der Ausgabe WIM Juni 2026 beginnt auf
mypapergate.net der Aufbau einer neuen Essay-Reihe:

Digitaler Humanismus

Diese Reihe beschäftigt sich mit den großen Fragen unserer Zeit:
Was bleibt vom Menschen, wenn Maschinen immer mehr können?
Wie verändert Künstliche Intelligenz unser Denken, unsere Sprache,
unsere Erinnerung und unsere Vorstellung von Wahrheit?

Der Auftakt ist der Essay:

Die vierte Kränkung des Menschen?

Kopernikus nahm dem Menschen den Platz im Mittelpunkt des Universums.
Darwin stellte ihn in die Geschichte der Evolution.
Freud zeigte, dass der Mensch nicht einmal vollständig Herr im eigenen Haus ist.
Die Künstliche Intelligenz könnte nun eine vierte Kränkung darstellen:
die informationelle Kränkung.

Sie besteht in der Erkenntnis, dass Denken, Sprache und Wissensverarbeitung
möglicherweise keine ausschließlich menschlichen Fähigkeiten mehr sind.
Doch gerade daraus folgt nicht das Ende des Humanismus.
Im Gegenteil: Es entsteht die Aufgabe, Humanismus neu zu begründen.

Die Würde des Menschen beruht nicht auf seiner Überlegenheit.
Sie beruht nicht auf Rechenleistung, Geschwindigkeit oder Intelligenz.
Sie beruht auf seinem Menschsein:
auf Verantwortung, Erinnerung, Mitgefühl, Kultur und moralischer Urteilskraft.

Digitaler Humanismus fragt deshalb nicht nur,
was Maschinen können.
Er fragt vor allem, was Menschen aus dieser neuen Welt machen.

In den kommenden Monaten werden auf mypapergate.net bestehende Essays,
Dossiers und Whitepapers schrittweise neu geordnet und erweitert.
Dazu gehören Themen wie Wahrheit und Information, Denken und Moral
im digitalen Zeitalter, Propaganda und Demokratie, Künstliche Intelligenz,
Bewusstsein, Erinnerung und die Idee einer digitalen Seele.

Der neue Bereich versteht sich als Einladung zum Weiterdenken:
nicht als technisches Labor, sondern als humanistische Werkstatt.

Wolfgang Bossert
WIM Juni 2026