Stefan Zweig – Salzburg, 8. Juli 1926
Dieser handschriftliche Brief führt unmittelbar in die Kommunikationswelt Stefan Zweigs. Geschrieben wurde er auf Briefpapier vom Kapuzinerberg 5 in Salzburg, Zweigs damaligem Wohnsitz.
Zweig schreibt auf Französisch über Bücher, Theater, Bibliotheken und Menschen seines literarischen Umfelds. Er erwähnt unter anderem Baudelaire, Ben Jonson und Piscator. Der Brief zeigt damit nicht nur den Schriftsteller, sondern auch den europäischen Kommunikator Stefan Zweig: Gedanken, Bücher und Ideen überschritten für ihn selbstverständlich Sprach- und Landesgrenzen.
Mich fasziniert an diesem Blatt deshalb auch die Form.
1926 bedeutete Kommunikation: schreiben, einen Brief absenden, warten – und auf eine Antwort hoffen.
Hundert Jahre später leben wir in einer vollkommen anderen Kommunikationswelt. Gedanken können augenblicklich veröffentlicht, miteinander verbunden und sogar durch ein Digitales Buch befragt werden.
Das Medium hat sich verändert. Das menschliche Bedürfnis dahinter kaum:
Wir schreiben, weil wir Gedanken mit anderen Menschen teilen wollen – und weil wir auf Resonanz hoffen.
Vielleicht verbindet mich gerade dieser Gedanke mit Stefan Zweig besonders. Auch mein Schreiben verstehe ich zunehmend als Kommunikation: vom gedruckten Wort über den Essay bis zum digitalen Dialog.

