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Davos 1929 Heidegger und Cassirer am Zauberberg

Als der Zauberberg Wirklichkeit wurde

Heidegger, Cassirer und der Streit um den Menschen

Es gibt Augenblicke der Geschichte, die erst im Rückblick ihre ganze Bedeutung entfalten.

Ein solcher Augenblick ereignete sich im März 1929 in Davos.

Zwei der bedeutendsten deutschen Philosophen ihrer Zeit begegneten sich: Ernst Cassirer und Martin Heidegger. Beide waren berühmt. Beide beriefen sich auf Immanuel Kant. Und doch hätten ihre Vorstellungen vom Menschen kaum unterschiedlicher sein können.

Rüdiger Safranski hat für diese Begegnung ein faszinierendes Bild gefunden.

Als er das Protokoll der Davoser Disputation las, fühlte er sich an zwei Gestalten aus Thomas Manns Zauberberg erinnert:

Settembrini und Naphta.

Plötzlich scheint Literatur Geschichte vorauszuahnen.

Der Zauberberg

Thomas Manns Zauberberg war fünf Jahre zuvor, 1924, erschienen.

Hans Castorp kommt in ein Sanatorium nach Davos und gerät dort nicht nur in eine Welt der Krankheit und des Todes. Er gerät in einen geistigen Kampf um Europa.

Auf der einen Seite steht Lodovico Settembrini.

Er glaubt an Aufklärung, Humanismus, Vernunft, Bildung und Fortschritt. Der Mensch kann sich entwickeln. Er kann lernen. Er kann sich durch Kultur aus seiner Unmündigkeit befreien.

Ihm gegenüber steht Leo Naphta.

Naphta misstraut diesem optimistischen Menschenbild. Er glaubt nicht an den gemütlichen Fortschritt der Zivilisation. Er sucht die Radikalität, die Krise, die Entscheidung. Der Mensch soll aus seiner Sicherheit herausgerissen werden.

Zwischen beiden steht Hans Castorp.

Er hört zu.

Und genau darin liegt vielleicht die eigentliche Größe des Romans: Thomas Mann lässt die Weltanschauungen miteinander sprechen, ohne dem Leser die Entscheidung abzunehmen.

Fünf Jahre später: Die Philosophen kommen nach Davos

1929 geschieht etwas Merkwürdiges.

Die literarische Konstellation scheint Wirklichkeit zu werden.

Im Rahmen der zweiten Davoser Hochschulkurse treffen Ernst Cassirer und Martin Heidegger aufeinander.

Cassirer ist 54 Jahre alt, ein international anerkannter Kulturphilosoph und Vertreter des Neukantianismus. Er glaubt an die Fähigkeit des Menschen, sich durch Sprache, Kunst, Wissenschaft, Religion und Kultur eine Welt zu schaffen.

Heidegger ist fünfzehn Jahre jünger.

Mit Sein und Zeit hat er 1927 die philosophische Welt erschüttert. Er fragt radikaler. Nicht zuerst: Was können wir wissen? Sondern:

Was bedeutet es überhaupt, zu sein?

Und was bedeutet es für den Menschen, zu wissen, dass sein eigenes Leben endlich ist?

Damit stehen sich in Davos nicht einfach zwei Professoren gegenüber.

Es stehen sich zwei Menschenbilder gegenüber.

Cassirer – der wirkliche Settembrini?

Safranskis Vergleich ist verführerisch.

Cassirer erscheint als Settembrini.

Er verteidigt die Kultur.

Der Mensch ist für ihn nicht einfach seiner biologischen Existenz, seiner Angst und seiner Endlichkeit ausgeliefert. Er besitzt die Fähigkeit, über seine unmittelbare Existenz hinauszugehen.

Er spricht.

Er malt.

Er schreibt.

Er entwickelt Wissenschaft.

Er schafft Recht.

Er erinnert sich.

Er erzählt Geschichten.

Cassirer nennt diese Welten die symbolischen Formen.

Der Mensch lebt nicht nur in einer natürlichen Umwelt. Er lebt in einer Welt von Bedeutungen.

Und darin liegt seine Freiheit.

Wir können unsere Endlichkeit nicht abschaffen. Aber wir können ihr Bedeutung geben.

Das ist ein zutiefst humanistischer Gedanke.

Heidegger – der wirkliche Naphta?

Heidegger widerspricht.

Die Kultur kann auch zur Beruhigung werden.

Der Mensch richtet sich in seinen Begriffen, Institutionen und Gewohnheiten ein. Er benutzt die Werke des Geistes und vergisst dabei möglicherweise die elementare Frage nach seiner eigenen Existenz.

Heidegger will diese Sicherheit erschüttern.

Der Mensch soll seiner Endlichkeit begegnen.

Dem Tod.

Der Angst.

Dem Nichts.

Der Tatsache, dass niemand ihm die Verantwortung für seine Existenz abnehmen kann.

Hier erkennt Safranski Naphta.

Nicht deshalb, weil Heidegger einfach mit Naphta gleichzusetzen wäre. Das wäre philosophisch und historisch zu grob.

Aber die geistige Bewegung ist ähnlich:

Heraus aus der Behaglichkeit.

Heraus aus den Sicherheiten.

Der Mensch soll erschrecken, damit er erkennt, was es bedeutet, überhaupt zu existieren.

Die entscheidende Frage: Was ist der Mensch?

Hinter der komplizierten Diskussion über Kant verbirgt sich deshalb eine erstaunlich einfache Frage:

Was ist der Mensch?

Ist er ein Wesen, das durch Kultur und Vernunft über seine Grenzen hinauswachsen kann?

Oder muss er zunächst erkennen, dass er endlich, verletzlich und dem Tod ausgeliefert ist?

Cassirer sagt gewissermaßen:

Der Mensch überschreitet seine Grenzen durch Kultur.

Heidegger antwortet:

Der Mensch muss zuerst seine Grenzen erkennen.

Vielleicht liegt gerade darin die ungeheure Spannung dieses Gesprächs.

Denn beide haben etwas erkannt.

Der Mensch braucht ein Haus.

Aber er darf nicht vergessen, dass dieses Haus auf unsicherem Boden steht.

Und dann kommt die Geschichte

Hier bekommt Davos 1929 eine Dimension, die die Beteiligten selbst noch nicht vollständig kennen konnten.

Die Weimarer Republik befindet sich bereits in einer tiefen Krise.

Vier Jahre später wird Hitler Reichskanzler.

Cassirer, Jude, Humanist und überzeugter Republikaner, wird Deutschland verlassen müssen.

Heidegger wird 1933 Mitglied der NSDAP und als Rektor der Universität Freiburg Hoffnungen mit der nationalsozialistischen Bewegung verbinden.

Man muss vorsichtig sein.

Aus der Philosophie Heideggers lässt sich nicht einfach der Nationalsozialismus ableiten. Ebenso wenig war die Davoser Disputation eine politische Debatte über Hitler.

Und doch verändert das Wissen um das Kommende unseren Blick.

Plötzlich bekommt Safranskis Vergleich eine beklemmende Tiefe.

Settembrini gegen Naphta.

Humanismus gegen Radikalität.

Kultur gegen den Wunsch nach dem großen Bruch.

Vernunft gegen die Verführung durch das Absolute.

1929 steht Europa noch einmal auf dem Zauberberg.

Und wenige Jahre später beginnt der Absturz.

Thomas Mann hatte die Figuren erfunden – die Geschichte lieferte die Wirklichkeit

Das ist für mich das Faszinierende an dieser Begegnung.

Thomas Mann hatte Settembrini und Naphta erfunden, um den geistigen Konflikt Europas sichtbar zu machen.

Dann kommen Cassirer und Heidegger nach Davos – und führen einen ganz realen philosophischen Streit, der diesem literarischen Konflikt verblüffend ähnelt.

Die Literatur hatte keine Zukunft vorausgesagt.

Aber sie hatte etwas erkannt.

Sie hatte die geistigen Kräfte beschrieben, die bereits vorhanden waren.

Vielleicht ist das eine der größten Fähigkeiten der Literatur:

Sie kann Geschichte sichtbar machen, bevor Geschichte weiß, was sie werden wird.

Wer hat gewonnen?

Diese Frage beschäftigt mich besonders.

Wer gewann die Davoser Disputation?

Heidegger beeindruckte viele der jüngeren Zuhörer. Seine Philosophie wirkte neu, radikal und existenziell. Cassirer erschien dagegen manchen als Vertreter einer vergangenen bürgerlichen Epoche.

Aus heutiger Sicht könnte das Urteil anders aussehen.

Denn nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts bekommt Cassirers Vertrauen in Kultur, Menschenwürde, Vernunft und Verständigung eine neue Bedeutung.

Vielleicht brauchen wir aber sogar beide Stimmen.

Heidegger erinnert uns daran, dass kein technischer Fortschritt und keine Kultur den Menschen von seiner Endlichkeit erlösen.

Cassirer erinnert uns daran, dass gerade der endliche Mensch etwas Erstaunliches vermag:

Er kann Bedeutung schaffen.

Er kann sich verständigen.

Er kann Geschichte erinnern.

Er kann widersprechen.

Und er kann Verantwortung übernehmen.

Der Zauberberg ist noch nicht verschwunden

Deshalb ist Davos 1929 für mich keine Episode aus der Geschichte der Philosophie.

Die Frage ist noch immer da.

Vielleicht sogar stärker als damals.

Heute bauen wir eine neue Welt aus Daten, Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. Wieder versprechen technische Systeme, menschliche Grenzen zu überwinden.

Und wieder müssen wir fragen:

Was ist der Mensch?

Ist er nur ein biologisches Wesen?

Ist er ein Informationssystem?

Ist Bewusstsein berechenbar?

Oder entsteht Menschlichkeit gerade dort, wo wir Bedeutung schaffen, Verantwortung übernehmen und dem anderen Menschen Würde zugestehen?

Damit führt von Cassirer und Heidegger eine erstaunlich direkte Linie in unsere Gegenwart.

Der Schauplatz hat sich verändert.

Aber Settembrini und Naphta streiten weiter.

Und wir stehen, wie Hans Castorp, zwischen ihnen.

Wir müssen zuhören.

Aber am Ende müssen wir selbst entscheiden.

Vielleicht besteht Humanismus genau darin.


Davos 1929 – Als der Zauberberg Wirklichkeit wurde

Heidegger, Cassirer und meine eigene Reise auf den Zauberberg

Der Zauberberg begleitet mich nicht nur als Roman von Thomas Mann.

Als ich begann, mich intensiv dem Schreiben zu widmen, wurde der Zauberberg für mich immer mehr zu einer Metapher des Denkens.

Thomas Mann lässt Hans Castorp hinauf nach Davos fahren. Dort oben verlässt er seine gewohnte Welt. Die Zeit verändert sich. Menschen begegnen ihm, die widersprüchliche Weltanschauungen vertreten. Castorp hört zu, zweifelt, widerspricht – und kehrt schließlich als ein anderer Mensch zurück.

Etwas Ähnliches wollte ich mit meinem FutureLab versuchen.

Ich habe meinen eigenen Zauberberg nicht nur in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft verlegt. Im FutureLab begegnen sich Geschichte, Philosophie, Naturwissenschaft und Künstliche Intelligenz. Menschen, die sich in der wirklichen Geschichte niemals begegnen konnten, treten miteinander ins Gespräch.

Damit habe ich mich gedanklich in eine Zukunft der Kommunikation befördert.

Und etwas geschah, womit ich am Anfang meines Schreibens nicht gerechnet hatte:

Aus den Gesprächen entstanden neue Erkenntnisse.

Nicht weil die Vergangenheit verändert werden könnte. Nicht weil eine Künstliche Intelligenz historische Persönlichkeiten wieder zum Leben erwecken könnte. Sondern weil Fragen, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven neue Zusammenhänge sichtbar machen.

Genau das wünsche ich mir auch für meine Leser.

Sie sollen meine Texte nicht nur lesen und übernehmen. Sie sollen ihren eigenen Zauberberg betreten.

Sie sollen Settembrini widersprechen dürfen.

Sie sollen Heidegger widersprechen.

Sie sollen Cassirer befragen.

Und sie sollen auch mir widersprechen.

Denn Erkenntnis entsteht für mich nicht dort, wo eine Antwort das Gespräch beendet.

Erkenntnis beginnt dort, wo eine Antwort die nächste Frage hervorruft.


Ernst Cassirer – der Humanist

Ernst Cassirer wurde 1874 in Breslau geboren und starb 1945 in New York.

Er stammte aus einer jüdischen Familie und gehörte zu einer bemerkenswerten deutsch-jüdischen Gelehrten- und Unternehmerfamilie. Zu ihr gehörte auch sein Cousin Paul Cassirer, der als Kunsthändler und Verleger zu den bedeutenden Vermittlern der europäischen Moderne zählte und Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth und die französischen Impressionisten förderte.

Ernst Cassirer wählte einen anderen Weg.

Er wurde Philosoph.

Nach Studien unter anderem in Berlin und Marburg entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Vertreter des Neukantianismus. 1919 erhielt er eine Professur an der neu gegründeten Universität Hamburg.

Hamburg während der Weimarer Republik war für Cassirer ein besonderer geistiger Ort. Hier begegnete er der Kulturwissenschaft und arbeitete im Umfeld der berühmten Bibliothek Aby Warburgs. Sprache, Mythos, Religion, Kunst und Wissenschaft wurden für ihn zu unterschiedlichen Möglichkeiten, mit denen der Mensch seine Welt deutet.

Daraus entwickelte Cassirer seine große Philosophie der symbolischen Formen.

Der Mensch ist für Cassirer nicht einfach ein vernünftiges Tier.

Er ist ein Wesen, das Symbole schafft.

Wir leben in Sprache.

Wir erzählen Geschichten.

Wir schaffen Bilder.

Wir entwickeln Religionen und Wissenschaften.

Wir erinnern uns.

Und dadurch verwandeln wir die bloße Wirklichkeit in eine Welt menschlicher Bedeutung.

1929 wurde Cassirer Rektor der Universität Hamburg. Das war außergewöhnlich: Ein jüdischer Gelehrter stand an der Spitze einer deutschen Universität.

Nur vier Jahre später war diese liberale Welt zerstört.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 verließ Cassirer Deutschland. Seine Emigration führte ihn über Großbritannien und Schweden schließlich in die Vereinigten Staaten. Er lehrte unter anderem in Yale und an der Columbia University in New York.

1945 starb er.

Sein Humanismus aber blieb.


Martin Heidegger – der radikale Frager

Martin Heidegger wurde 1889 in Meßkirch geboren und starb 1976 in Freiburg im Breisgau.

Er studierte zunächst Theologie, später Philosophie und wurde Schüler und Assistent Edmund Husserls.

1927 erschien sein Hauptwerk:

„Sein und Zeit“.

Das Buch machte ihn mit einem Schlag zu einem der bedeutendsten Philosophen seiner Generation.

Heidegger stellte die scheinbar einfachste und zugleich schwierigste Frage:

Was bedeutet Sein?

Der Mensch – bei Heidegger das Dasein – weiß, dass er existiert. Und er weiß, dass diese Existenz endlich ist.

Wir werden sterben.

Diese Endlichkeit ist für Heidegger kein Nebengedanke. Sie gehört zum menschlichen Dasein selbst.

Der Mensch kann sich im Alltag verlieren, in Gewohnheiten, Konventionen und dem, was „man“ eben tut.

Oder er kann sich seiner eigenen Existenz stellen.

Darin liegt die ungeheure Faszination Heideggers.

Aber seine Biografie besitzt eine dunkle politische Seite.

1933 trat Heidegger in die NSDAP ein und wurde Rektor der Universität Freiburg. Seine Haltung zum Nationalsozialismus und insbesondere seine antisemitischen Äußerungen, die später unter anderem durch die Veröffentlichung der Schwarzen Hefte dokumentiert wurden, gehören heute unverzichtbar zu jeder Auseinandersetzung mit seinem Denken.

Damit bekommt die Begegnung von Davos im Rückblick eine zusätzliche Tragik.


Davos 1929 – zwei Möglichkeiten des Denkens

Am 26. März 1929 treffen Cassirer und Heidegger während der Davoser Hochschulkurse öffentlich aufeinander.

Beide beschäftigen sich mit Kant.

Aber hinter Kant steht eine größere Frage:

Was ist der Mensch?

Cassirer sieht den Menschen als kultur- und symbolschaffendes Wesen.

Heidegger führt ihn zurück auf seine Endlichkeit.

Cassirer sucht die Möglichkeit menschlicher Freiheit.

Heidegger erinnert an die Grenzen menschlicher Existenz.

Rüdiger Safranski hat für diese Begegnung ein faszinierendes Bild gefunden. Beim Lesen des Protokolls der Davoser Disputation fühlte er sich an Settembrini und Naphta aus Thomas Manns Zauberberg erinnert.

Der Vergleich ist nicht wörtlich zu verstehen.

Cassirer ist nicht Settembrini.

Heidegger ist nicht Naphta.

Aber die geistige Spannung ist verblüffend.

Aufklärung, Humanismus und Kultur auf der einen Seite.

Radikalität, Krise, Endlichkeit und Entscheidung auf der anderen.

Und plötzlich scheint Thomas Manns Roman aus der Literatur in die Wirklichkeit hinüberzutreten.


In meinem FutureLab: In einem semantischen Dialog befragt Dr. Behrends den Philosophen René Déscartes

Mein FutureLab – ein Zauberberg der Gegenwart

Genau an diesem Punkt schließt sich für mich ein Kreis.

Thomas Mann schickt Hans Castorp auf den Zauberberg.

Cassirer und Heidegger treffen sich fünf Jahre nach Erscheinen des Romans tatsächlich in Davos.

Fast hundert Jahre später betrete ich diesen Zauberberg auf eine andere Weise.

Mein FutureLab ist kein Sanatorium und kein philosophischer Kongress.

Es ist ein Gedankenraum.

Ich kann Cassirer fragen, was vom Menschen bleibt, wenn Künstliche Intelligenz Sprache erzeugt.

Ich kann Heidegger fragen, ob eine Maschine jemals wissen kann, dass sie sterben wird.

Ich kann Settembrini fragen, ob er in der Digitalisierung eine neue Aufklärung erkennen würde.

Und ich könnte Naphta fragen, ob unsere Sehnsucht nach immer mächtigeren Technologien nicht längst eine neue Form des Absoluten hervorgebracht hat.

Die Antworten darauf sind keine historischen Dokumente.

Sie sind Gedankenexperimente.

Die Fragen aber sind meine.

Und die Verantwortung für das, was daraus entsteht, bleibt ebenfalls meine.

Vielleicht unterscheidet sich mein FutureLab gerade darin von einer gewöhnlichen Informationsmaschine.

Ich suche nicht nur Antworten.

Ich suche Resonanz.

Eine Antwort führt zur nächsten Frage. Eine historische Figur widerspricht einer anderen. Eine philosophische Position verändert meinen Blick auf die Gegenwart.

So wurde der Zauberberg für mich zu einer Methode des Schreibens.

Und vielleicht kann er auch für den Leser zu einer Methode des Denkens werden.

Denn am Ende steht der Leser dort, wo Thomas Mann einst Hans Castorp stehen ließ:

zwischen den Stimmen.

Zwischen Cassirer und Heidegger.

Zwischen Settembrini und Naphta.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Niemand kann ihm die Entscheidung abnehmen.

Er muss seinen eigenen Weg vom Zauberberg hinunterfinden.


Bienvenue


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