Wer war Waldstein?
Ferdinand von Waldstein war Graf Ferdinand Ernst Joseph Gabriel von Waldstein und Wartenberg (1762–1823), ein böhmischer Adeliger, Musiker und Kunstmäzen – und vor allem ein wichtiger früher Förderer Ludwig van Beethovens.
Waldstein kam 1788 nach Bonn und gehörte zum Umfeld des kurkölnischen Hofes. Dort lernte er den jungen Beethoven kennen. Er erkannte dessen außergewöhnliches Talent früh, unterstützte ihn und wurde zu einem seiner einflussreichen Förderer.
Besonders wichtig wurde das Jahr 1792. Beethoven verließ Bonn, um nach Wien zu gehen und bei Joseph Haydn zu studieren. In Beethovens Stammbuch schrieb Waldstein am 29. Oktober jene berühmten Worte, die wir gerade gelesen haben:
„Durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie: Mozart’s Geist aus Haydn’s Händen.“
Das Bemerkenswerte daran: Waldstein stellte den gerade einmal 21-jährigen Beethoven gedanklich bereits in eine Traditionslinie:
Mozart → Haydn → Beethoven.
Das war eine enorme Erwartung – und rückblickend geradezu prophetisch.
Waldstein blieb auch später mit Beethoven verbunden. Beethoven widmete ihm seine 1804 vollendete Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53. Deshalb kennen wir sie heute schlicht als die „Waldstein-Sonate“.
Waldstein ist für mich deshalb interessant: Er war nicht einfach irgendein Briefschreiber. Er gehörte zu jenen Menschen, die Talent erkannten, förderten und durch persönliche Kommunikation Mut machten.
